Eigentlich wollte ich darüber ja gar kein Wort verlieren. Als ich bei
Mirjam von Chic und Schlau aber eben einen ähnlichen Post gelesen hab, fiel mir wieder ein, wie sehr ich mich bei der Lektüre der August-Ausgabe der InStyle aufgeregt habe.
3,20 Euro kostet das Magazin. Geld, das vor ein paar Jahren noch gut angelegt war. Aber heute? Beim Blättern traf mich fast der Schlag. Erst erklärt Patricia Riekel im Editorial, dass es nicht schlimmeres gibt als Frauen in 7/8-Hosen, die am Flughafen auf den Flieger in die Sonne warten ("Das Charmanteste, was man über diese Hosen verbreiten kann, ist ihr Tragekomfort, weswegen sie von Frauen bevorzugt werden, die eine gewisse Bequemlichkeit schätzen ... Huch! Das ist ein Gefühl, das Trendsetter so fürchten wie der Teufel das Weihwasser ...")

Und den richtigen Hammer bekommt man dann auf Seite 96 unter dem Titel "We love Urlaub" präsentiert. Hier zeigen InStyle-Redakteurinnen wie sie die schönste Zeit des Jahres verbringen. Ganz konkret Annette Weber. Chefredakteurin des Magazins. Erstes No-Go: Mit dem eigenen Kind im Blatt posieren. Zweites No-Go: Protzen als hätte es die Krise nie gegeben. Cartier-Uhr für 38 100 Euro, Chanel 2.55 für 2150 Euro und natürlich die ganz privaten Details des Ibiza-Urlaubes: "Zum Lunch setzt man per Boot über nach Formentera. Bei Juan y Andrea trinkt man am weißen Sandstrand Rosé".
Weil man auch ein Herz für die wahrscheinlich weniger betuchten Leser hat, darf auch die Modeassistentin Janine Schenkel vom Urlaub in Barcelona erzählen. Im Gepäck hat sie Sandalen von Deichmann, einem Bikini von Topshop und dem Strohhut von H&M - ein Lichtblick die Frau.
Wie man allerdings ein solche Geschichte ins Blatt heben kann, und sich die Chefin dann selbst noch in die erste Reihe stellt, ist mir immer noch schleierhaft. Nee, liebe Frau Weber. Das geht gar nicht. Und deshalb Bye, bye, Instyle.